Societe Nationale des Chemins de fer Belges
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Die meisten modernen Dampflokomotiven können ihre Abkunft mehr auf die "Northumbrian" als auf die "Planet" zurückführen, aber hier ist eine Ausnahme. Ja, diese Ausnahme war so gut gelungen, daß sie sogar einen Weltrekord aufstellte, nämlich für die höchste Reisegeschwindigkeit zwischen zwei Bahnhöfen. Waren die belgischen 2'B 1'-Lokomotiven im Prinzip recht konventionell, so war doch die Anordnung der einzelnen Teile sehr ungewöhnlich, wenn nicht sogar eigenartig. Aber was kann man in einem Land erwarten, das so ungewöhnliche Leute wie Alfred Belpaire und Egidie Walschaert hervorbrachte?

Es war vorgesehen, häufig verkehrende leichte, aber sehr schnelle Züge mit nur drei Wagen zwischen Brüssel und Ostende einzusetzen. Sie sollten jeweils zur geraden Stunde abfahren und die 121 km lange Strecke in 46 Minuten fahren, bei einem Zwischenaufenthalt in Brügge, eine Reisegeschwindigkeit von 121,3 km/h. Die Geschwindigkeitsgrenze für diese Strecke wurde eigens dafür auf 140 km/h heraufgesetzt. Man beschloß, daß zwei Treibachsen für die geforderte Zugkraft ausreichten, die Leistung zum Erreichen der hohen Geschwindigkeit erforderte aber eine breite Feuerbüchse. Ein führendes Drehgestell war auf jeden Fall wünschenswert und um einen ruhigen Lauf zu erreichen, wählte man Innenzylinder, die durch den Barrenrahmen statt üblichen Plattenrahmens gut zugänglich waren. All dies ergab der Welt letzte Atlantiklokomotive und auch die letzte Innenzylinder-Schnellzuglok der Welt. Die Tender stammten von anderen Loks und wurden stromlinienförmig verkleidet; die Lokomotiven baute die Firma Cockerill in Seraing.

Leider fuhren diese Leichtschnellzüge nur einige Monate, denn bald brach der 2. Weltkrieg aus. Eine der Atlantiks, Nr. 12 004 ist erhalten. Die schnellste Fahrzeit des heutigen elektrischen Betriebs zwischen Brüssel und Ostende ist 11 Minuten länger bei einem zusätzlichen Halt - eine Steigerung um 18 % durch die Umstellung von Dampf auf Strom ist möglicherweise auch ein Rekord, der auf diese bemerkenswerten Lokomotiven zurückgeht.


Belgien
1949
Eisenbahpaketnmarken

Dampflokomotiven



12 001
Tansania
22. 8. 1989

Dampflokomotiven


Grenadinen von Grenada
13. 2. 1992

Lokomotiven



12 001
Sierra Leone
23. 5. 1995

Eisenbahnen aus aller Welt


Grenadinen von Grenada
28.8. 1996

Dampflokomotiven



12 001
Ghana
26. 2. 1998

Züge aus aller Welt



12 003
Zentralafrika
11. 3. 1999

Lokomotiven aus aller Welt



12 004 mit Personenzug
Belgien
21.4. 2001

50 Jahre SNCB


Gambia
31. 7. 2001

Lokomotiven aus aller Welt



12 004
Liberia
1. 9. 2001

Eisenbahnen der Welt (II)



12 001
Liberia
1. 9. 2001

Eisenbahnen aus aller Welt (V)



12.004 mit Personenzug
Belgien
Eisenbahnpaketmarke
9. 10. 2006

Dampfzeitalter



IOMR Nr. 14 "Thornhill"
Jose Smith Comas 1530 oder 1531
SNCB 12001
LNWR 790 "Hardwicke"
Guinea-Bissau
26. 11. 2007

Dampflokomotiven



Typ 4-4-2/Lokrahmen/Bahnhof
Tunnelausfahrt/SNCB 12 001
CNR QJ 427
Guinea-Bissau
26. 11. 2007

Dampflokomotiven



12 004
Belgien
3. 10. 2014

Welt der Züge



12004/Lichtsignal
Guinea
3. 6. 2016

Dampflokomotiven


Belgien
21. 8. 2017

Zugdesigne


Technische Daten

Gesellschaft SNCB/NMBS
Hersteller Cockerill
Anzahl 6
Fahrwerk 4-4-2 (2'B 1')
Spurweite 1435 mm
Rostfläche 3,7 m²
Heizfläche 161 m²
Überhitzer 63 m²
Dampfdruck 18 kp/cm²
Zylinder-Ø 480 mm
Kolbenhub 720 mm
Leistung 2500 PS
Zugkraft 118,6 kN
Treibrad-Ø 2. 100 mm
Länge 21. 190 mm
Lokdienstlast 89,5 t (ohne Tender)
Lokreibungslast 45,8 t
Achslast 23,6 t
Geschwindigkeit 140 km/h
Baujahr 1939